23. Januar 2020

Insel 1, Koh Jum

... oder auch Koh Pu, das mit den Namen dauert in der Reiseplanung auch erstmal bis man durchsteigt.
Um 8.30h wurden wir von unserm Hotel am Kamala Beach in Phuket mit nem Taxi abgeholt. Beim Anlegen der Seabands im Auto wurde Simon dann leicht komisch, Mo war zutiefst enttäuscht dass er keine Armbänder bekommen hatte und ihm wurde dann auch prompt schon im Auto übel. Aber immerhin hab ich die Tüte umsonst gehalten. Das Fährterminal war relativ groß und doch gut überschaubar, jeder von uns bekam schließlich einen Aufkleber 'JM' und jede Tasche ein Stück blauen Bändel. So wurden die Leute dann auf die Speedboote verteilt. Unsre erste Fahrt dieser Art und ja, wir haben uns beide gedacht, was tun wir unsern Kindern da eigentlich an. Extrem laut, starker Dieselgeruch, dauerndes heftiges Aufschlagen des Bootes auf dem Wasser. Man sitzt so etwa zu 50st recht eng im Boot, vom Meer sieht man nur was wenn man aufsteht, wir mit den Kindern auf uns also nix. Ist eher Achterbahn als Boot fahren find ich irgendwie. Aber: wir überstehens, keinem wird schlecht, wir halten den Kindern die Ohren zu da wir natürlich nicht wie die erfahrenen Leute hier mit Ohrstöpseln ausgerüstet sind. So schießen wir ca. 1 1/2 Std. über die Andamansee bis nach Ko Lanta. Stellen dabei fest, dass die Fährfahrpläne mehr grobe Rahmen vorgeben als genaue Zeiten wie auch Richtungen. 
Das Gepäck wird am Pier in verschiedene Haufen gestapelt. Die werden schon wissen. Laut "Fährplan" gehts eigentlich gleich weiter nach Ko Jum. Letztendlich vergehen ca. 1 1/2 Std. bis es soweit ist. Aber der kleine überdachte Pier auf Holzbohlen war nett und somit war das Warten kein Problem. Kinder gut drauf. 
Dann nochmals 20 Minuten Speedboot nach Ko Jum. 
Ko Jum ist eine noch sehr unerschlossene und natürliche Insel. Ein kleines Fischerdorf im Süden, zwei kleine Siedlungen weiter im Norden, eine Schule und ein paar Handvoll Hotels. Also noch weit weg vom Massentourismus. Es gibt ja auch nicht mal einen Geldautomat. Wie wir vom anderen Urlaubern erfahren ist es hier noch wie thailand vor 15 oder 20 Jahren war. An der Minipier wartet bereits das Shuttle unseres nächsten Hotels "Ko Jum Delight Beach".
Wir sitzen auf der Ladefläche eines umgebauten Pickups und sind nach ein paar Minuten schon da.
Direkt zwischen endlos langem, schönen Strand und dichtem Dschungel liegt das Resort mit ca. 15 Bungalows. Hach, ja. Da werden wir es gut aushalten können. Der Bungalow ist gemütlich und durch die vielen offenen Stellen im Holzboden oder im Bad sind bisher keine ungebetenen tierischen Gäste gekommen (außer ein paar Mücken und Gecko namens Gecki). Ich fürcht fast diese Unterkunft in dieser Lage werden wir in Thailand nicht mehr toppen. Frühstück (vom Buffet was für unsren Hunger sehr zuträglich ist) mit Blick aufs Meer. Wir sind direkt am Strand, einige Liegen (wenn nicht alle von den Doofie Touries reserviert werden), Sandelzeug, Schwimmreifen stehen zur freien Verfügung und alles müssen wir nur mit wenigen anderen Urlaubern teilen. Über uns kreisen immer wieder die Seeadler, in den Bäumen zwitschern unterschiedlichste Vögel, Schmetterlinge in tollen Farben und abends dann Fledermäuse und einen Abend sogar große Flughunde direkt im Baum vor unserem Bungalow.
Am Strand folgen dann die nächsten ähnlichen Resorts, so dass wir auch da gute Essensalternativen haben. Mittags gibts für die Kinder die Reste vom Frühstück und den Erwachsenen Bäuchen tut auch ne Pause gut 😉. Abends können wir dann aus den Strandbars, wirklich direkt am Meer, und nem Dschungelflair Restaurant (The Drift Wood) wählen in dem wir zweimal waren. Fußläufig schnell erreicht und der Rückweg im Dunkeln durch die Botanik mit Taschenlampen auch o.k.. Curry Reis mit Ananas und Rosinen, auch für Mo endlich was. Und Franz könnt sich auch nur von den Fruchtshakes ernähren. 
Am Freitag hat Simon dann mal nen Roller geliehen und im Ortslädle Wasservorrat für die Woche besorgt, weil das wär im Resort halt dann doch teuer auf Dauer. Und Bier. Und is a bissi rumgekurvt, jedes Kind durfte auch mal ne Runde mit und die Affen auf der Straße angucken fahren. Ansonsten, so toll der Strand is, die Kinder hälts immer wieder auch einfach mal im Bungalow zum Spielen mit den paar mitgenommenen Sachen oder ein Hörspiel hören in der angenehmen Kühle drinnen. Und wir haben beschlossen sie auch in Ruhe zu lassen, obgleich uns der Strand lockt. Ein Leben hier. Klar, man muss zugeben, die Romantik der Sonnenuntergänge, Lagerfeuer am Strand käm manchmal besser zur Geltung ohne nölende Kinder die lieber Bibi Blocksberg hören wollen und Pommes den lecker Thai Gerichten oft vorziehen würden. Oder sich vor dem Abendessen erst ganzkörprig mit Eis zukleben und dann wenn sie wieder trocken und sauber sind, die Klamotten komplett durchnässen im Meer, so dass sie dann zum Abendessen fast nackert den Mücken standhalten müssen. Zum Glück gibts davon bisher nicht so viele wie befürchtet. Naja, Jammern auf hohem Niveau, warum sollten die Kinder in Thailand auch weniger nerven als daheim. Und im Großen und Ganzen vertragen wir uns ja gut. Die größte Sorge der Jungs scheint indes zu sein zum 20sten Mal am Tag einfach wieder nicht den einen wahren und ultimativen Stecken zu finden den sie gerade brauchen um Piraten Ritter Eishockey Stadionsprecher Hexe oder Mechaniker zu spielen. Haben auf jeden Fall von der Dame aus dem Harz ein großes Lob für unsere Kinder bekommen. Wir dachten erst sie verwechselt uns.
Heute am Montag hat Franz uns überzeugen wollen, dass er schwimmen kann und keine Puffer mehr braucht. Als gute Eltern haben wir ihn den Beweis sofort erbringen lassen. Tja, wie zu erwarten ging er unter wie ein Stein. Aber siehe da, er hat dann relativ ausdauernd versucht Schwimmbewegungen auf Simons Armen zu lernen. Und fürs erste Mal, und bei leichten Wellen war es nicht schlecht. Im Tauchmodus ging es sogar ein bisschen. Das wird schon noch was. Vollkommen perfektioniert hat er aber jetzt seine Krabbenfangtechnik. Ach ja, Koh Jum wird auch als Insel der Krabben bezeichnet, da sich am Strand unzählige kleine und auch mal größere tummeln. Und wenn man entlang läuft dann sausen sie mit einem Affenzahn über den Strand. Wie gesagt, Franz hat den Dreh jetzt raus wie er sie, zumindest kleinere Versionen, fangen kann und hatte heute dann zwei, drei Stück wie Haustiere gehalten. Und wenn doch Mal eine entwischt, wurde schnell Ersatz gefangen. Moritz ist noch nicht ganz so schnell aber möchte natürlich auch immer eine in den Händen halten. Wenn ihm Franz oder Papa dann aber eine geben und sich dieses MONSTER minimal auf seiner Hand bewegt ist er gleich im Panikmodus und die Krabbe wird in hohem Bogen aus der Hand geschleudert. 
Heute gab's in unserem Resortrestaurant  Barracuda im Angebot. Das mussten wir dann mittags schon probieren. War sehr lecker. Hat etwas an Schwertfisch erinnert. Jetzt am Abend haben wir aber gelesen dass Barracudaverzehr zu Vergiftungen führen kann und z.B. nach Florida nicht mehr importiert werden darf. Wir zeigen zum Glück keinerlei Symptome. Aber das bleibt dann trotzdem wohl ein einmaliges Erlebnis. 
Und schon sind wir am letzten Tag auf Koh Jum angekommen. Und der war auch nochmals gut. Vormittags haben wir uns nochmals einen Roller gemietet und haben die Insel etwas weiter erkundet. Franz vorne, dann Simon und Moritz zwischen Anita und Simon eingequetscht. Ging erstaunlich gut. Hier kann man das gut machen da es keinen Verkehr gibt. 
Gummibaumplantagen, Tintenfisch am anderen Strand gesehen, Wasserbüffel am Wegesrand und dann noch gemütlich in Mr. Boys Holzbar über dem Meer gesessen. Guter Ausflug. 
Nachmittags gab's nochmals Strand und Meer. Gestern, am Dienstag, war das Badevergnügen etwas eingeschränkt. Einige Quallen unterwegs. Da waren wir dann doch etwas vorsichtig. Überhaupt ist das Meerbaden noch nicht 100pro optimal. Es zwickt und beißt öfters mal und gerade die Kinder empfinden es als sehr unangenehm dann. Wie wir ergoogelt haben handelt es sich um nesselndes Plankton. Wie ne Art Miniqualle. Ist wohl hauptsächlich ein Problem von Südostasien. Mal ist es da, mal nicht. Einige merkens, andere nicht. Wir merkens alle vier immer wieder. Mal sehen wie es an den anderen Stränden so wird. 
Morgen geht es nun weiter nach Koh Lanta. Wir haben uns gegen Highspeed Ferry entschieden und nehmen jetzt die langsamere Variante. Die große Fähre fährt allerdings nicht den kleinen Hafen hier an, sondern hält draußen auf dem Ozean. Dort docken dann die Longtail Boote (längere Holzboote) der Hotels an und man steigt quasi mitten auf dem Meer um. Wir haben das Schauspiel immer wieder vom Strand aus beobachtet. Wir sind gespannt wie das dann so wird. 
Mehr beim nächsten Mal. 

3 Kommentare:

  1. Der neue Blogeintrag war für uns eine spannende und unterhaltsame Morgenlektüre, statt Zeitung. Wir freuen uns riesig dass es euch so gut geht. Besonders die Notizen von unseren zwei Jungs machen uns glücklich. Daheim in Augsburg ist es diese Tage kühl und trübe. Genießt die Wärme weiter so. Wir sind in Gedanken bei euch. Alles Liebe und Gott schütze euch auf eurer Reise. C+K

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  2. Hey ihr 4 süssen!
    Schön zu lesen! Haha und ich kann mir alles bildlich vorstellen. Franzl beim schwimmen und mo in krabbenpanik... :)
    Denk an euch und vermisse euch 😘

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  3. Kann nur sagen - toll! Schon alleine das Essen, geschweige der Strand und die Wärme - hach.
    Jedoch haben wir es auch gemütlich, wenn man im Haus ist bei Graupelschauer, Wind und Regen.
    Verfolge weiterhin gespannt euren Blog.
    Alles Gute für euch 4 und weiterhin Spass auf eurem Trip.
    LG Sonja

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