14. März 2020

Endlich Sonne satt, die Tage gleiten...

Mit dickem Schwein vor dem Camper beginnt der neue Tag. Ja, auf dem Campingplatz mit Farm war es wirklich gut. Aber es geht weiter. Zunächst zu den 
Canal Rocks. Mal wieder eine Felsformation durch welche die Wellen schießen. Eigentlich gut wenn da nicht so viele andere Touris auf der kleinen Brücke wären. Nerv! Wir gehen schnell wieder und kraxeln ein Stückchen abseits über die Felsen. Haben jetzt fast den gleichen Blick sind aber für uns. Deutlich besser. Kinder sammeln Steine und Reihen dann ihre Schätze auf. Und wehe einer hat nen Stein der toller ist als der des Bruders. :-) 
Da es wieder ein heißer, sonniger Tag ist geht weiter an den Strand in Yallingup. Wie immer gibt es auch hier wieder einen großen tollen Spielplatz und wir verbringen erstmal einige Zeit dort. Dann geht's runter und wir schauen den vielen Surfern zu, sandeln ausgiebig und kühlen uns im Ozean ab. Am ausgesuchten Strandabschnitt ist es aufgrund des vorgelagerten Riffs recht Wellenruhig. Aber 50 m weiter sieht die Sache anders aus. Da knallen satte Wellen in den Sand. Simon und Franz lassen sich von der Wucht immer wieder hin und herreissen. Aber nur da wo man stehen kann und Simon genügend Kraft hat Franz auch zu halten. Ohne Franz geht er ein bisschen weiter rein und der Sog ist unglaublich und eine große Welle wirft ihn dann schön an den Strand wo der Sand wie Schmirgelpapier wirkt. Tja.. Der Sand hatte zudem noch extreme Klebeeigenschaften so dass wir alle vier auch nach ausführlicher Stranddusche den Sand nicht komplett los hatten. Die anschließende Fahrt zum Cape Naturaliste Lighthouse hätten wir uns auch sparen können. Selbst um das Gelände zu Betreten soll man Eintritt bezahlen. Das sahen wir nicht ein und fuhren zum nächsten Übernachtungsplatz. Nach langem hin und her haben wir uns für die Vasse Lawn Farm entschieden. Eine Farm die Rollrasen verkauft und auf einer Wiese darf man übernacht stehen bleiben. 17 Dollar ohne Dusche, Toilette und Strom ist zwar auch nicht billig aber der Stellplatz ist gut, die Besitzerin sehr nett und die Jungs haben viel viel Platz zum Austoben. Papageien, Kakadus, Kängurus inklusive. 
Am nächsten Tag, Dienstag, geht's erst kurz zum Einkaufen (inkl. Klobesuch), Eis beim McD und dann in die 10 Minuten entfernte kleine Stadt Busselton. Ach ja, seit wir wissen dass es im Supermarkt Coles bei jedem Einkauf Stickees (kleine Plastikfigürchen die es bei uns beim Lidl auch mal gab) gibt gehen wir nur noch in dieser Supermarktkette einkaufen.
In Busselton angekommen geht es gleich an eines der Highlights Westaustraliens, die Busselton Jetty. Diese ist die längste der Südhalbkugel und führt 1,8 km ins Meer hinaus und darunter tummelt sich allerhand Meeresgetier. Bis zum bitteren Ende ist nur Simon gelaufen. Die Kinder zog es relativ bald wieder an den erneut tollen und großen Spielplatz. Auch dieser wieder direkt am Meer und wie die ganzen Parkanlagen drum herum relativ neu. Überhaupt merken wir dass gerade an den touristischen Hotspots sehr viel neu ist. Wir sagen öfters "als wir 2010 hier waren gab es dieses oder jenes doch noch gar nicht". Alles etwas touristischer geworden, aber oft ist das auch gut für uns. Am Spielplatz und Strand gefällt es uns Vieren so gut, dass wir den ganzen Tag und auch den Folgetag dort verbringen. Schlafen dazwischen nochmals ne Nacht auf der Lawn Farm, shoppen morgens etwas im "Target" und fahren dann erst am Mittwoch Abend ein Stücken weiter Richtung Norden. Zum Abendessen nehmen wir uns noch Pizza von Dominos mit und fahren in das beschauliche Capel. Da gibt es drei Umsonststellplätze am Sportgelände. Tiptop. 

Am nächsten Morgen läuft erstmal alles ideal, heut mal Frühstück on-the-go so dass wir schnell loskommen und dann tatsächlich schon um kurz nach 8 Uhr morgens in der nächsten Stadt, Bunbury, am Strand beim Dolphin Discovery Center sind. Hier kommen nämlich sehr regelmäßig, zwischen 8 und 11 meist, Delfine ganz nah ans Ufer. An unserm Donnerstag schauts jedoch mau aus, keine Delfine um 8, 9, 10, 11, 12 oder dazwischen 😪. Haben wir den Kindern zu Anfang noch erklärt es seien schließlich wilde Tiere ohne Uhr etc, so sind wir dann doch selbst enttäuscht als wir es schließlich aufgeben. Wenigstens war es auch hier mit Wasserspielplatz und FlyingFox und Sandeln am Strand eigentlich gut, aber trotzdem schade. Da unsere Favoriten Campingplätze alle ausgebucht waren beschließen wir das neue Angebot der freien Stellplätze in der Stadt für self contained campers, also Wohnmobilen mit allem drin wie Klo, Wasser und Abwassertank, zu testen. Erstmal nervend weil wir hierfür in der Touriinfo eine Erlaubnis einholen müssen und diese im Zentrum der Stadt mit unserem großen Camper schlecht zu erreichen ist. Simon dreht ein paar Runden weil wir keinen Parkplatz finden können solange Anita die Formalitäten erledigt. Im Nachhinein stellt sich raus wir haben den vorhandenen großen Parkplatz nur nicht gefunden, Mist... Dann wollen wir Wasser auffüllen im Camper, auch kompliziert und letztlich leider unmöglich weil wir nen 20m Schlauch gebraucht hätten um dem Hahn der Stadt zu erreichen. Bunbury machts uns erstmal nicht leicht, keine Delfine, blöde Verkehrsführungen, umständliche Formalitäten für Camper... 
Und dann kommen wir nach nem Bauernmarktbesuch an unserm kostenlosen Campplatz in der Stadt aber am Strandparkplatz an und freunden uns an mit Bunbury. Sandeln und Pritscheln für die Kinder, Wellen so hoch dass Baden nur für die Großen geht. Simon hat seinen Spaß. Es gibt Strandduschen, nen öffentlichen Gasgrill auf der Rasenfläche vorm Strand (auch wenn dem etwas die Power fehlt) und dann sehen wir sie auch endlich, die Delfine, yippih! So etwa 10m vom Strand weg können wir die Tiere ne ganze Weile lang entlang unseres Küstenabschnitts beobachten. Wie schön! Und nach ner guten Nacht dürfen wir sie bereits vor dem Frühstück am nächsten Morgen gleich wieder sehen. Hmmm... Nach dem Frühstück geht's nochmal zum anderen Strand beim Delfincenter, denn wenn sie hier denn kommen dann tatsächlich auf Tuchfühlung nah. Doch leider leider kommen sie auch am Freitag nicht und wir vergnügen uns halt erneut am Spielplatz, Franz auch im Meer. Nach Mittag geht die Fahrt dann raus aus Bunbury, zunächst in ein Shoppingcenter. Wir schlagen etwas zu bei den Klamotten und kaufen auch nochmal Lebensmittel. Klopapier brauchen wir zum Glück nicht, denn auch in den Supermärkten hier sind diese Regale alle leer. Die Welt spielt verrückt mit Corona, wie rasend sich alles abspielt. Simon liest fleißig die News, selbst betroffen sind wir hier bisher nicht. Aber ja, wir hoffen dass mit dem Heimflug in ein paar Tagen noch alles gut gehen wird. Und denken an euch, jetzt am Freitag gabs ja die Entscheidung dass Schulen und Kindergärten bis nach Ostern geschlossen bleiben. Organisationstrubel bestimmt erstmal für viele von euch. 
Bei uns ist grad, jetzt nachts um 23h, nur Trubel von den schnatternden Enten, Gänsen etc hier neben dem Camper. Wir übernachten erneut auf einer Farm und hatten ne beeindruckende Zeit hier. Wie ein paar andere Camper stehen wir hier auf einer idyllischen großen Wiese eines Privatgrunds. Die Besitzer haben sich erst diesen März überlegt gegen kleine Spende hier Leute campen zu lassen. Zwar ohne Strom, Wasser, Klo etc. Dafür haben wir aber vorhin ne ausführliche Privattour übers Riesengelände vom 75jährigen Besitzer in seinem Geländegolfcar bekommen. Sein kleiner Hund fuhr auf Moritz Schoß mit. Hauptgeschäft ist hier der Abbau von Kalkstein, also richtige Grube, schweres Gerät etc. Dazu kommt die Herstellung von Feuerholz aus den für den Steinabbau gerodeten Bäumen. Außerdem gibts Schafe, Schweine, Alpakas, Pfaue und jede Menge entenähnliches Getier. Die Tierhaltung vor allem fürs Fleisch, weil der alte Herr hier macht sich ja selbst Wurst, hat ne Räucherkammer, ne Schweineenthaarungsmaschine etc die er uns gezeigt hat. Und Hunderte von Nutzbäumen, Oliven, Mandarinen, Macadamia etc, allerdings nutzen sie nur was sie selbst so brauchen. Ach ja, und diverse ausrangierte Schiffe und ein Flugzeug aus dem zweiten Weltkrieg im Garten und vor dem Haus und ein selbst gebautes Hobbithaus und diverse Oldtimer und alte Baufahrzeuge und Motoren und... wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr raus und verstehen manchmal leider nur die Hälfte. Leider auch bei seinen Tipps wie man zur ersten Million kommt. Mist, Chance verpasst. Jedenfalls war er Walfänger, hat in der Mine gearbeitet, war dann auf der ganzen Welt unterwegs als Minenarbeiter, hat sich Land gekauft und ist self made Millionär. Und Fluglehrer und Inhaber einer Flugschule. Trägt nen Stützstrumpf und is irgendwie ein ganz normaler und doch nicht normaler alter Mann. Wohl der reichste Mensch den wir bisher getroffen haben und doch schaut er ganz gewöhnlich aus. Eine außergewöhnliche Begegnung an diesem Freitag. 
Samstag Morgen starten wir erstmal entspannt in den Tag und spazieren nochmal am Flugzeug und am Hobbithaus vorbei. Wobei, ehrlich gesagt wars innerlich gar nicht mal so entspannt, das Corona Thema beschäftigt uns dann gedanklich doch mehr als gedacht. Kleiner Durchhänger, vor allem bei Anita. So schade das Ende einer jeden Reise auch immer ist, so schön ist es dann auch wieder heim zu kommen. Aber was wenn wir unsere Familien und Freunde dann vielleicht gar nicht sehen können. Was wenn am Ende die Butterbrezen alle ausverkauft sind. Ne ernsthaft, ich schwank hier immer so zwischen das ist doch alles übertrieben und natürlich der Sorge niemand anstecken zu wollen im Ernstfall. Um uns selbst bzw. unsre Gesundheit sorg ich mich jetzt nicht, aber schließlich kommen wir dann ja auch frisch vom Flughafen... Hier les mer auf der Weiterfahrt dann auch dass das Krabbenfest dieses Wochenende abgesagt wurde und unser nächster Campingplatz teilt uns vorab per email mit wir sollen doch die letzten 2 Wochen bitte nicht im Ausland gewesen sein. 
Naja, der ruhige Ozean in Rockingham bringt auch die innere Ruhe etwas zurück. Hier liegt nicht weit vor der Küste das Inselchen Penguin Island. 5 Min Fährfahrt, aber dafür langen sie kräftig hin. Deshalb, und weil die dort lebenden Pinguine erst abends vom Fischen auf See zurückkehren, lassen wir die Insel aus. 2010 waren wir zu zweit schon dort, sind damals zu Fuß durchs Meer rüber gewatet, wovon strengstens abgeraten wird. Mit Kindern lassen wir uns überzeugen von den Warnungen vor unerwarteten Strömungen, Winden, gefährlichen Tiefen, Haien ... Außerdem hats Anita damals schon auf der Suche nach Pinguinen bös mit dem Popo auf Korallen gelassen. Das blieb fast mehr in Erinnerung als der einsame Pinguin den wir dann erspähen konnten. Den Nachmittag verbringen wir dann auf einem ganz ordinären (und bisher teuersten der Reise) Campingplatz. Und springen auch mal kurz in den Pool dort (bei leichtem Regen allerdings) und freuen uns über warme Duschen. Und Kanga Bangas, Känguruh Würstchen, zum Abendessen. Jetzt ist 9 Uhr Abend, die Kinder schlafen, der Wein ist leer getrunken und draußen schüttets. Jetzt wird der Blog fertig gemacht. Liebe Grüße an daheim. Bleibt gesund und entspannt und teilt euch brav das Klopapier.

(die Jungs hatten durchaus Spaß, auch wenn es das Bild nicht unbedingt zeigt🤣) 


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