27. Februar 2020

Zurück in down under

Ach, du schönes Australien. Wir sind kaum da und bedauern jetzt schon dass wir nicht viel viel länger bleiben können.

Aber alles der Reihe nach. Mit dem gebuchten private Minivan ging es vom letzten Hotel in Thailand zum Flughafen nach Krabi. Der hat so ungefähr die Größe vom Flughafen in Memmingen und ist wenig ansehnlich. Der Flieger nach Singapur war nur zu ca. 60% voll, recht entspannt und fast 30 Minuten früher am Ziel als geplant. Wegen dem Coronavirus reisen sehr viele mit Mundschutz, auch die Stewardessen. Das ist schon etwas komisch. Auch dass in Krabi und Singapur sogar zweimal mit Wärmebildkameras die Körpertemperatur gemessen wird war irgendwie befremdlich.

Der Flieger von Singapur nach Perth hatte leider knapp 45 Minuten Verspätung. Vor allem saßen alle Passagiere bereits im Flieger bis klar war es dauert noch ne ganze Ecke bis es los geht. Aber irgendwann war es soweit und gute fünf lange Stunden später sind wir am anderen Ende der Welt angekommen.

G’Day Mates!

Das gute Flughafenappartmenthotel hat uns vom Flughafen abgeholt und wir haben es sogar noch rechtzeitig geschafft beim Hungry Jacks (Burger King) Burger und Pommes zu holen bevor dieser um 22 Uhr schloss. Guter Start.

Am nächsten Morgen gings nach Marmeladentoastfrühstück los zur Campervermietung. Gut dass die nur 5 Minuten zu Fuß vom gebuchten Hotel entfernt ist. Nach Videoeinweisung und kurzem Vertragsgespräch bekamen wir die Schlüssel zur ersten Erkundung. Der erste Eindruck war dann leider gar nicht so gut. Die Aufteilung innen ist nicht ganz so wie erhofft da die Kinder weiter weg von uns sitzen. Der Camper war nicht wirklich sauber und auch sonst schon etwas abgenutzt. Der junge Kerl der uns dann alles nochmals im Camper erklärte war nett aber konnte an den Dingen die uns störten auch nix ändern. Ok, er hat angeboten sie putzen den Camper nochmals aber das wollten wir dann auch nicht mehr abwarten. Und so ging die erste Fahrt im neuen zuhause los. Erst zum Einkaufen und dann auf einen 08/15 Campingplatz zum Camper putzen und Einräumen. Die Kinder haben sich am Spielplatz oder im Pool vergnügt. Zum Abendessen gab es Nudeln mit Pesto und Käse. Das hatte sich Franz bereits nach kurzer Zeit in Thailand für den ersten Camperabend gewünscht und wird daher extra erwähnt.

Die erste Nacht war dann schon noch etwas ungewohnt. Geplant war die Kinder oben im Alkoven schlafen zu lassen. Da es aber zur Schlafenszeit immer noch sehr heiß da oben war und auch beide sofort jammerten zogen die Kinder kurzerhand in das Bett am hinteren Ende. Und so blieb es die nächsten Tage auch und wird es wohl auch bis zum Ende bleiben.

Am Freitag ging es dann wirklich los. Erstes Ziel: Yanchep National Park. Hier waren wir in unseren letzten beiden Australientrips auch. Und der Park hat uns auch diesesmal wieder fasziniert. Schöne Natur und viele Tiere. Einer der wenigen Orte in Westaustralien wo man Koalas sehen kann. Allerdings sind diese hier in einem großen Gehege. Völlig frei sind aber die vielen Kängurus, Kakadus, Papageien und viele weitere Vögel. Den Jungs hat es glaub genau so gut gefallen wie uns. Seit unserem letzten Besuch dort wurde auch ein Campingplatz errichtet welchen wir für die Nacht dann auch nutzten. Und es ist einfach toll dort am Abend, da noch mehr Kängurus aus ihren Verstecken rauskommen und auf den Wiesen vor einem grasen. Auch am Samstag haben wir den Park bis etwas über mittags genossen. Zumal auf der großen Wiese auch ein Vintagefestival mit einigen kleinen Ständchen stattfand, konnte man da auch noch ein bisschen gucken. Aber so schön es da auch is, es warten noch viele weitere schöne Flecken auf uns. Also los geht's. Erst nochmals in eine Shoopingmall. Neue UV Shirts für Franz und nochmals etwas Vorräte. Ach ja, und wir hofften nochmals einen billigen Gummiball zu finden. Denn den am Freitag gekauften haben die Jungs bereits am ersten Campingplatz verschossen / vergessen.  Leider haben wir aber keinen Ersatz bekommen. 

Das nächste Ziel heißt Wave Rock. Der ist aber noch gute 3 Stunden Fahrt entfernt. Wir fahren noch ein Stündchen und bleiben dann auf einem freiem großen Rastplatz mit vielen Bäumen und kleinem Spielplatz. Kinder spielen diesesmal Vulkanologen und ständig bricht irgendwo ein Vulkan aus. Im Yanchep haben sie noch Köche gespielt und alle Stecken, Körner, Samen, Steinchen waren die Zutaten. Neben uns ist noch ein weiterer Camper auf dem Rastplatz. Immer ganz angenehm wenn man nicht ganz allein ist. Und hier können wir ihn dann zum ersten Mal richtig sehen. Den unbeschreiblichen Sternenhimmel. Auch wenn wir diesen jetzt schon so oft sehen durften, es ist immer wieder der Hammer. Planetarium Kuppel Feeling inklusive. 

Über das Örtchen Corrigin, in welchem wir länger Pause machen und welches für den unfassbaren Weltrekord 1527 Hunde in Autos in einer Reihe bekannt ist, geht es weiter zum Wave Rock. Den hatten wir 2010 und 2016 nicht gesehen da er so abseits von allem liegt. Diesesmal war klar dass wir den mitnehmen. Und es hat sich gelohnt. Ein riesiger Fels bzw. fast mehr Berg der auf einer Seite von Wind und Wasser so abgeschliffen wurde dass es aussieht wie eine große Welle aus Stein. Diese sind wir natürlich geritten. Schön ist dass man auch oben auf den Fels steigen kann auf welchem weitere Felsbrocken, lustige Echsentierchen und ein toller Blick über die schier unendliche Weite Westaustraliens warten. Leider sind auch hier viele Buschfliegen unterwegs und Franz und Moritz haben schnell festgestellt wie unfassbar nervig diese Viecher sind. Zitat Franz: Ich will zurück nach Deutschland, da gibt es weniger Fliegen.

Auch der nächste freie, also kostenlose, Rastplatz war toll. Zwar jetzt nicht wunderschön gelegen, außer man erachtet den Hasenfriedhof als besonders attraktiv, aber mit sauberen Toiletten, einer Dusche, einer Campingküche inkl. Waschmaschine welche wir am Dienstagmorgen auch gleich nutzten. Die Jungs spielten Ritter und haben sich hierfür mit Stecken, Rindern und Blättern verkleidet. Kam dann kaum Dreck beim Ausziehen aus ihren Klamotten. Am Dienstag ging die Fahrt weiter durch die scheinbar unendliche Weite Westaustraliens. Im Städtchen Ravensthorpe gabs eine längere Mittagspause am Spielplatz. Da unser kleiner Moritz seit nun gut einer Woche hustet (aber sonst vollkommen fit ist) wollten wir doch mal einen Arzt aufsuchen. Allerdings ist der Arzt heute im nächsten Städtchen Hopetoun welches ca. 60 km entfernt ist. Kein Problem, da wollen wir eh hin. Aber kaum angekommen erfahren wir dass der Arzt gerade zu einem Notfall nach Ravensthorpe gefahren ist. Doof gelaufen. Aber Husten ist zum Glück auch ohne Arzt besser geworden. Hopetoun liegt am Ozean und für uns ging es dann weiter in den angrenzenden Fitzgerald River National Park. Dabei fällt uns auf dass wir noch gar nicht das Wetter erwähnt haben. Die ersten beiden Tage war es mit 30 bis 35 Grad gut heiß. Seit dem ist es deutlich kühler, windiger und auch regnerischer geworden. Und so hat es bei unserer Ankunft am Campingplatz im N. P. auch wieder geregnet. Aber egal. Wir haben doch nicht umsonst unsere Regenjacken 5 Wochen durch Thailand geschleift. Also Regenjacken an und auf zur Strandwanderung. Auch bei Regen herrlich. Endlich wieder am australischen Ozean, wunderschön, wir allein, Glücksgefühle pur. Allerdings mit schnellem Ende. Eine Welle war doch größer als gedacht bzw. kam weiter als erwartet den Strand hoch. Und während Anita, Simon und Franz noch schnell genug in Sicherheit springen konnten war Moritz zu langsam und ab da nicht nur regennass. Mit lecker Grillen ging der Tag dann noch gemütlich zu Ende. Mit Kängurus und einem langen Strandspaziergang begann der Mittwoch sehr schön. Mittagsbrotzeit gab es dann schon wieder in Hopetoun am Spielplatz am Meer. Ein äußert aufgeweckter Junge hat uns dann beim Anglersteg alles erzählt was er über Fische weiß. Dabei hielt er gefangene Heringe in der Hand und zeigte uns alle Details. Sogar den Darm hat er uns beim bereits aufgeschnittenen Exemplar gezeigt. Von ihm haben wir dann auch erfahren dass auf dem vorgelagerten Felsen Seerobben leben. Und tatsächlich, mit dem Fernglas konnte man ein paar erspähen. Aber dann gings weiter. Unser nächstes Ziel, der Stokes Inlet National Park, wartet ja schon auf uns. Und auch die erste längere nicht asphaltierte Straße. 7 km rote dirt road his zum Campingplatz im N.P.. Toll und nervig zugleich diese Schotterpisten. Aber der Weg hat sich gelohnt. Die Straße ist gesäumt von weiten Feldern. Und in den Feldern tummeln sich Kängurus und Emus. Und jetzt nicht mal hier eins und da eins. Nein. So viele der Tiere haben wir noch nie auf einmal gesehen. Kaum am Campingplatz angekommen sind wir auch gleich nochmals etwas an den Feldern entlang gelaufen und haben die Kängurus, ja nicht ganz in Ordnung, mit lautem Klatschen etwas in Wallung gebracht. Wahnsinn, mit was für einem Tempo die davon hoppeln können. Am Campingplatz hatten Simon und die Jungs dann die erste Begegnung mit einer Schlange. Lag auf dem Weg wie ein Stecken und Franz war knapp davor drauf zu treten bevor sie sich ins Gebüsch aufmachte. Welche Art wissen wir nicht. Aber hat uns wieder bewusst gemacht dass wir einfach auch vorsichtig sein müssen. Das haben wir dann auch am nächsten Morgen gemerkt. Bei der Rückfahrt vom N. P. sind wir die Schotterpiste ganz langsam gefahren. Kinder saßen bei uns auf dem Schoss und wir haben die vielen Kängerus und Emus bestaunt. War wie Australiensafari. Und kaum hat Simon gesagt dass jetzt nur noch ne Schlange fehlt die sich über die Straße schlängelt, schon war am Straßenrand ein ordentliches Exemplar welches sich dann ins hohe Gras verzog. Und das könnte durchaus eine Tigersnake gewesen sein. Und ja, die ist mit eine der giftigsten der Welt. Gut dass wir sie nur vom Auto aus gesehen haben. 
Über den Highway No 1 geht es nach Esperance. Auch hier geht's erstmal wieder auf den Spielplatz. Dass Australien viele Spielplätze hat wissen wir schon von 2016 aber nutzen diese jetzt natürlich noch mehr. Leider ist eine tolle Attraktion von Esperance nicht mehr da. Die 400m lange Jetty (Holzsteg) ins Meer. Die ging wohl im letzten Jahr kaputt und wird erst langsam wieder aufgebaut. Schade. 
Bevor es auf den normalen Bezahlcampingplatz geht (wir müssen waschen, Strom und Frischwasser auffüllen) fahren wir noch ein ganz kleines Stücken den Great Ocean Drive entlang. Und ja, die schönsten Strände Australiens gibt es in und bei Esperance. Vielleicht sogar die schönsten der Welt. 


1 Kommentar:

  1. Einfach toll euer Reisebericht. So spannend zu lesen. Jeden Tag schau ich wieder rein. Ich glaub ohne Familie und eure Freunde daheim könntet ihr direkt Auswanderer werden. Aber hier beginnen die Blumen im Garten zu sprießen und bis ihr heimkommt werden die Bäume auch schon ausschlagen. Mit offenen Sinnen und neugierigen Blicken findet sich überall Gottes schöne Welt. Weiter geht's auf eurer spannenden Reise und wir freuen uns über eure Bilder und Geschichten.
    Bye Ch+K

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