28. Juli 2016

Darwin und dann see ya

Also rein nach Darwin am nächsten Tag! Wir parken am Harbour und schauen uns erst diesen relativ neu gestalteten Teil der Stadt an. Chefige Lofts mit Ausblick, Grünfläche, Bademöglichkeit (geht sonst in Darwin wegen Quallen, Krokodilen eher schlecht). Wir schlendern so dran vorbei und nehmen bei unserm Weg in die Fußgängerzone der Innenstadt a bissle was Geschichtliches mit: Infos zu Darwin das im 2. Weltkrieg von den Japanern stark bombardiert wurde und dann in den 70er Jahren ein Zyklon der die Stadt ziemlich zerstört hat. 'Alte' Gebäude sind dann hier so von 1890 oder so. Wie in den USA für Europäer -und Augsburger im Besonderen - eigentlich nix. Dafür aber immer ganz interessant zu lesen wie detailliert man über die kurze Geschichte der Städte ja bescheid weiß, also wann wer quasi die ersten drei Zelte dort aufgeschlagen hat. Nachdem wir etwas durch Darwin gebummelt sind geht's in den Botanischen Garten zum Mittagessen. Unsere Picknickdecke schlagen wir unter einem großen Baum auf - in der eine für uns unglaublich große Python hockt. Für die Aussies die sie auch erspähen eher 'eine kleine'. WOW für uns! Danach geht's ins Museum: schön kühl und umsonst und mit naturkundlicher Ausrichtung ganz interessant. Und dann ab ins gebuchte Hotel. Voll in Ordnung für diese Hotel- bzw. eher Motel Kategorie, aber als wir die Türe öffnen bereut es Anita schon. Denn wenns halt nicht super wohlfühlschön (wie im Geburtstagshotel, danke nochmal Simon) sondern nur o.k. und o.k. sauber is hat Anita ja im 'alten Leben' erstmal Türklinken, Lichtschalter etc desinfiziert um sich wohler zu fühlen. Mit Franz hinfällig, weil der kriecht ja in jede Ecke... Aber schön kühl isses, und das war ja der Hauptgrund für die Buchung. Und wir können im Bett die Füße grad ausstrecken, das geht in Lola nicht ohne weiteres. Naja, passt scho. Dann nochmal los in die Innenstadt und zum Sonnenuntergang und Strandpicknick für Franz an den Mindil Beach. Schön! Und wenn Franz nicht ständig Hände voll Sand oder Steine oder Muscheln essen würde könnt es glatt romantisch werden. Danach gibt's für Simon und Anita noch Fish and Chips und als wir dann zum zweiten Mal im Hotel ankommen genießen wir die kühle Luft dort. Leider nimmt der Highway Lärm nicht ab, quasi vor unserm Zimmer is ne Bushaltestelle an der sich ein paar Aborigines zum Trinken getroffen haben und die Darwin Luftwaffe fliegt Übungsflüge über uns. Kein Wunder dass es ewig dauert bis Franz schläft. Nächste Nacht wieder Campingplatz und Lola, müssen wir zum Abschied ja eh! Vor und während unserer Reise haben wir über Darwin entweder gehört dass es soooo schön ist oder aber das Darwin gar nicht geht. Uns hat es recht gut gefallen. Klar, auch in Darwin ist das Problem mit der indigenen Bevölkerung recht deutlich zu sehen. Aber das ist es in fast jeder größeren Ortschaft/Stadt in Westaustralien oder Northern Territory. Daher gewöhnt man sich etwas an den Anblick von betrunkenen siffigen Aborigines. Am Morgen gibt es Frühstück im Hotelbett. Müsli für Franz und Toast für uns. Und dann freuen wir uns wieder über unsere Lola die brav auf dem Parkplatz auf uns wartete. Wir fahren wieder auf den Campingplatz von vorgestern und bekommen einen tollen Platz unter vielen Palmen und Bäumen. Also viel Schatten. Jetzt ist die Zeit gekommen Lola leer zu räumen und unsere Taschen wieder zu packen. Nach nur wenigen Minuten sieht es auf unserem Platz malerisch aus. Wir waschen noch ne Ladung damit wir in Bali nicht völlig versifft rumlaufen müssen. Leider gibt ausgerechnet unsere Waschmaschine während des Schleuderns den Geist auf. Alles triefend nass! Aber die australische Sonne braucht keine zwei Stunden um alles zu trockenen. Praktisch. Ansonsten passiert nicht viel und der Tag geht trotzdem schnell rum. Anita und Franz besuchen Wasserpark und Spielplatz auf dem Campingplatz, Simon fährt mit Lola in die Waschanlage und dazwischen räumen, packen usw. Und schon ist der letzte Abend da. Wir essen Nudeln mit baked Beans und SPAM (Dosenwurscht). Und somit sind fast alle Vorräte verbraucht. Gut geplant! Franz haben wir wieder zum Schlafen im Kinderwagen gebracht, wir sitzen bei heute mehr Mücken draußen und Lola darf ihre Hitze in die Nacht abgeben. Und wenn wir nach oben Blicken leuchten uns über den Palmen die Sterne entgegen. Hach, der Nachthimmel ist so unfassbar schön in Australien! Die letzte Nacht war dann irgendwie nicht so toll. Franz hat ganz unruhig geschlafen, war viel wach und hat immer wieder gejammert. Wahrscheinlich hat auch er gewusst dass es die letzte Nacht ist. Nach dem Frühstück wurde dann nochmals alles verräumt und wir fahren noch ins Howard Springs Nature Reserve. Netter großer Spielplatz und nette Planschbecken. Auf den Rainforestspazierweg haben wir eigentlich keine Lust und da der Kleine eh in Simons Arm schläft fahren wir wieder. Ab in die große Shopping Mall in Casuarina (Vorort Darwin). Uh, die ist tatsächlich groß und auch sehr gut besucht. Nach ein paar Geschäften gibt es Mittagessen am Foodcourt. Klar dass Franz kein Gläschen will wenn Mama und Papa große Sushirollen essen. Also gibts für ihn auch Sushi und Frühlingsrolle! Wir bleiben noch ne Weile in der Mall bis es irgendwann etwas anstrengend wird. So soll die Reise jetzt auch nicht enden. Also gehts nach kurzem Supermarktbesuch nochmals an den Strand. Im Schatten der Bäume packen wir alles final ein und Lola ist jetzt eigentlich leer. Wir gehen nochmal ans Meer, zumindest soweit der Schatten der Bäume reicht, und verabschieden uns schon mal. Bye Bye australischer Ozean! Nächster Halt TCC. Zwei Schweizer betreiben die Filiale in Darwin und so kann alles auf deutsch geklärt werden. Obwohl es ja nix zu klären gab, da wir auf Lola gut aufgepasst haben. Und dann hieß es Bye Bye Lola. Sie hat uns 7.436 KM durch Australien gebracht ohne einmal zu zicken. Danke Lola. Der Taxifahrer ist kurz erschrocken als er unser ganzes Zeug sah aber es hat doch irgendwie alles ins Auto gepasst. Ja und dann ging es an den Flughafen. Ca. 16.30 Uhr. Extrem früh. Denn unser Flieger nach Bali geht ja erst um 23.20 Uhr. Aber mit dem ganzen Gepäck jetzt nochmals in die Stadt rein. Neee, viel zu aufwändig und stressig. Dass der Flughafen dann aber so wenig zu bieten hat dachten wir auch nicht. Franz wird abwechselnd bespaßt und so geht die Zeit schon rum. So, jetzt sitzen wir am Gate und es ist tatsächlich Zeit Australien typisch "See ya" zu sagen. Unfassbar. Klar kommt es uns inzwischen lang vor aber dann geht es doch immer fix. Aber ein bisschen was kommt ja noch. Und auf daheim freuen wir uns auch. Wir ziehen ein Fazit: Es war eine tolle Reise! Ein wunderschöner Urlaub! Ja, ein Urlaub. Weniger Abenteuer als unser Trip 2010. Das liegt natürlich überwiegend am Reisen mit Kind und alles was dazugehört. Aber nicht nur. Auch die Tatsache dass es ein Mietcamper war und nicht unser Eigener. Auch dass Route und Strecke relativ klar definiert waren spielt eine Rolle. Und vielleicht sind wir zwei auch etwas älter, bequemer und verwöhnter geworden und haben es uns öfters auf offiziellen Campingplätzen mit heissen Duschen gut gehen lassen. Grundsätzlich wäre für die Strecke ein Geländewagencamper toller. Waren doch deutlich mehr Sachen als wir dachten die wir mit normalen Camper nicht machen konnten. Allerdings ist für Reisen mit Kleinkind ein normaler praktischer, dann aber auf jeden Fall einer der auch im Wohn/Schlafbereich eine Heizung und Klima hat. Denn wir hätten beides gebraucht für eisige und schwülheiße Nächte. Camper grundsätzlich ist aber für ne Rundreise das einzig wahre weil man einfach v sein eigenes Reich immer dabei hat. Sinnvoller wäre es wahrscheinlich die Strecke umzudrehen und von Nord nach Süd zu fahren. Hauptgrund ist die Sonne die dann nicht immer von vorne ins Fahrerhäuschen knallt. 2010 hat uns am damals südlichen Westaustralien ja so gut gefallen dass man an den vielen Sehenswürdigkeiten oft alleine ist. Da bei der jetzigen Strecke die Sehenswürdigkeiten eher weiter voneinander entfernt sind sammeln sich die Reisenden an den einzelnen Punkten und das allein sein ist eher selten. In Summe waren wir auch etwas enttäuscht was die Tierwelt angeht. Sicher haben wir viele und vor allem tolle Tiere gesehen. Aber gerade was die typischen Aussie animals angeht war es über die ganze Zeit gesehen schon eher rar. Nicht ein Wombat oder Possum und auch kein Goanna! Also diese Strecke hat für uns gut gepasst einfach weil wir sie noch nicht kannten und sie hat auch ihren Reiz und ihre Höhepunkte. Wenn man aber das erste mal nach Australien fliegt bekommt Anderes Priorität, wir geben gerne Tipps. Zusammenfassend: Australien ist so schön und toll! Und wir haben jeden Tag genossen auch wenn man es bei Hitze, Kälte oder Mücken vielleicht mal vergessen hat. Franz hat hier, ja kann man sagen, Laufen gelernt, isst wie ein Großer bei uns mit und Worte wie Mama, Papa, Baiiii (Ball), Stekn, Steii (Stein) oder Bauuu (Baum) werden bewusst eingesetzt. Ihr werdet sehen was für einen Sprung der Kleine gemacht hat. Ihm ist zwar wahrscheinlich egal ob Australien oder Allgäu aber für ihn die Reise 1A Spitze! Immer viel draußen, Mama und Papa immer nah da und alleine schlafen musste er auch nie. Mal sehen wie das daheim dann wird. Das Boarding beginnt hoffentlich bald. Machs gut liebes Australien. Danke für die geniale Zeit! Bis zum Wiedersehen!!!!!!!!

4 Kommentare:

  1. Wow, have a nice trip back. See ya soon. Auntsche

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    1. A bissle was kommt ja noch. Bali ist quasi der Urlaub vom Urlaub!

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    3. Auch schön glaube ich. War noch nie dort. Konzentrieren und gerade auf Anlegen eines neuen Rasens. Garten momentan Acker. Genießt die Auszeit. Täntsche

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