21. Juli 2016

Ab ins Northern Territory

Nach gemütlichem Frühstück verabschieden wir uns dann von Kununurra, im Gepäck haben wir nun auch ein gemaltes Bild vom schönen Mirima N.P. von gestern, hat uns die verrentete Kunstlehrerin von nebenan noch geschenkt. Weiter fahren wir dann zum Lake Argyle, dem größten Stausee Australiens. Picknickplätze mit Aussicht. Wenn man keine Bootstour mitmacht halt ein großer See in schöner Landschaft einfach. Bei der Rückfahrt zum Highway halten wir dann auf gut Glück bei ein paar Felsen am Straßenrand, die uns gut gefallen. Denn so hat es die erwähnte Kunstlehrerin mit Mann vor Jahren auch gemacht und dann in ner kleinen Höhle Aboriginal Malereien entdeckt, die in keinem Reiseführer stehen. Hat funktioniert: wir haben sie auch gefunden! Und dann geht's auf zu ganz neuen Welten: wir lassen Western Australia hinter uns und fahren ins Northern Territory. Obst/Gemüse Kontrolle gibt's keine, da sind sie nur in die andere Richtung ganz streng. Ansonsten merken wir erstmal: es ist abends länger hell, wir müssen unsere Uhren 1,5 Std. vorstellen, und der Highway wird schlechter. Insgesamt ist der Great Northern Highway eh oft nur ne Landstraße quasi. Und sogar die verlassen wir und fahren über eine Gravel Road, also unbefestigte Straße, in den Keep River N.P. Und die Piste ist echt übel leider, kurz vor dem Campground setzen wir dann noch böse auf aber zum Glück alles heil geblieben an Lola. Sehr anstrengende Fahrt für Simon, Franz is solang mal eingepennt. Der Campground liegt dafür aber sehr schön und wir gehen nachmittags noch einen tollen Walk über rote Felsen und fühlen uns irgendwie in ein Land vor unserer Zeit versetzt. Wo sind die Dinos? Am nächsten Morgen fahren wir die Buckelpiste noch ein Stück weiter zum nächsten Walk, der der allertollste sein soll. Heiß war er vor allem! Wir stapfen auf sandigen Pfaden durch eine Graslandschaft ohne Schatten, als Belohnung kommen dann doch irgendwann die kühlen Palmen und roten Felsen mit ihren Aboriginalzeichnungen, die haben wir uns aber schwer verdient. Noch mehr geschwitzt hat Simon aber auf dem Rückweg zum Highway, ha endlich wieder Asphalt. Der Gregory N.P. ist leider recht unerschlossen, für uns gibt er aber immerhin wieder einen schönen Campground ab. Und unsere Vorräte werden aufgefüllt, da die Camper die in die Gegenrichtung nach West Australien fahren vieles nicht mitnehmen dürfen: also Ingwer, Äpfel, Kartoffeln, Honig etc für uns. Auch gut! Und neben uns werden Lagerfeuer Lieder mit Ukulele untermalt. Nach Frühstück, kurzem Krokodilcheck am Fluss (leider keine zu sehen) nem Tankstop in Timber Creek geht es auf zu nem Walk im Gregory N.P. Der Reiseführer schreibt es gibt zwei walks. Einer steil und anstrengend dafür dann mit toller Sicht über die Landschaft. Der andere eine "lohnende wanderung entlang roter Felsen zu gut erhaltenen Felsmalereien". OK. Denn mach mer. Dass dieser auch steil und anstrengend ist und irgendwann so felsig wird dass man mit Kind auf dem Rücken nicht mehr laufen kann hat der blöde Reiseführer allerdings nicht geschrieben. Also sind wir verschwitzt, weil sau heiß war es ja auch, wieder umgedreht bevor wir eine Felsmalerei sehen konnten. Nicht dass erste mal dass wir uns über den Reise Know How Reiseführer ärgern. Dann gehts weiter nach Kathrine bzw. in den dazugehörigen Nitmiluk N.P.. Nicht ohne einen kurzen Stopp beim Mc Donalds in Kazhrine einzulegen. Wenn es schon mal einen gibt. Am Campingplatz angekommen haben wir uns gegen die Wanderung in der Hitze entschieden und stattdessen den Pool genossen. War ne super Entscheidung! Und endlich konnten wir auch wieder Kängurus bzw. Wallabies sehen. Die kamen zur Dämmerung nämlich auf den Campingplatz zum Grasen. Und scheu waren die gar nicht. Eins hat Anita doch glatt aus der Hand gefressen. Am morgen ging es schon vor Sonnenaufgang und noch vor dem Frühstück los. Wir holen die Wanderung des Vortages noch vor der Hitze des Tages nach und werden erst mit vielen schreienden Flughunden in den Bäumen und dann mit tollen Blicken auf den Victoria River und die erste Schlucht des Nationalparks belohnt. Zurück am camper gibt es ein ausführliches Frühstück und nochmals einige wallabied zu sehen. Eins kam so nah dass es Simons Handy mit der Nase anstupste. Bevor es wieder weiter Richtung Norden geht füllen wir im Supermarkt mal wieder unsere Vorräte auf. Im Anschluss geht es an die Katherine Hot Springs. Ein Bach mit ein paar kleinen natürlichen Pools gespeist von heißen Quellen. Heiß war es zwar nicht aber so lau warm und zum plantschen und treiben lassen optimal! Da hätten wir uns lang aufhalten können aber irgendwann musste es ja weiter gehen. Nächstes Ziel der Campingplatz an den Edith Falls. Als wir ankamen gab es leider schon keine Schattenplätze mehr. Was waren wir froh über unsere Markise an Lola. Gegen Nachmittag sind wir das kurze Stück zum ersten Wasserfall gelaufen und dann auch gleich in den eingermaßen krokodilsicheren See gesprungen. Kalt! Aber herrlich. Aber so ganz wohl fühlt man sich beim schwimmen dann doch nicht. Franz hat es seinem schwmimmreif nach anfänglicher Skepsis aber sehr gefallen. Zum Abendessen gab es lecker Schweinesteaks mit Kartoffeln und Bohnen und dann sogar noch etwas Live Musik beim Campingplatzkiosk! Am nächsten morgen, Donnerstag der 21.7., entscheidet sich Anita eher für ausführliches Duschen und gemütliches Aufstehen. Simon macht sich mit Franz im Gepäck zur Wanderung zu den höhergelegenen Wasserfällen auf. War toll, vor allem so schön allein. Gut verschwitzt kamen sie wieder an und wurden mit Müsli, Marmeladen und Honigtoast belohnt! Und weiter geht die Reise. Wir fahren jetzt in den Kakadu National Park und der hat leider keinen guten Start. Am Roadhouse zum Parkeingang gehen die Zapfsäulen nicht, um den Pass zu kaufen muss man lange anstehen und dann wurden vor kurzem auch noch die Preise erhöht. Und zwar von 25 auf jetzt 40 Dollar pro Person. Und die Campinggebühren wurden auch gleich mit erhöht. Schweinerei! Aber was will man machen. Der Campingplatz den wir uns aussuchen ist nah am Parkeingang aber mal wieder nur über eine dirtroad zu erreichen. Nach nur wenigen Metern haben wir wieder umgedreht. Nix für Lola die Straße. Da nützt es auch nichts dass das Mädel am Roadhouse meinte wir können da schon fahren. Äußerst schade und ärgerlich. Wäre es da hinten wohl wirklich sehr schön gewrsen. Na ja. Dann halt weiter. Der kommende lookout war außer heiß nichts besonderes und am dann alternativ gewählten Campingplatz wurden wir schon mittags von Mücken begrüßt. Wie gesagt, der Start im Kakadoo war jetzt nicht der Beste! Da es für Wanderungen eh zu heiß ist gehen wir ins gut klimatisierte Aboriginal Culture Center. Das war sehr gut und interessant. Da es draußen immer noch übel heiß ist fahren wir weiter in die Cooinda Lodge und kühlen uns im Pool ab. Das war wichtig! Etwas erfrischt machen wir uns dann doch noch zu ner Wanderung auf. Aber deutlich kürzer als gedacht. Von den 2,6 km Weg sind nur ca. 500 m zu gehen. Die aber sind toll. Ein Steg über dem Sumpf und jetzt sehen wir die ersten Salzwasserkrokodile. Dazu jede Menge Reiher, Gänse und andere Wasservögel und ein paar wilde Büffel. Franz hat die Szenerie leider in der Trage verschlafen. Wieder am Campingplatz zurück freuten wir uns erst über die wenigen Mücken. Aber zu früh gefreut. Kaum war die Sonne untergegangenen starteten diese ihren Angriff. Also ab in den heißen camper! Hier hatten sich inzwischen auch schon ein paar dutzend Mücken eingenistet. Und während Anita und Simon schwitzend Mücken erschlagen quieckt Franz vor Begeisterung. Simon wurde es aber zu heiß so dass er sich umzingelt von Mückenkerzen und Räucherstangen, in langen Klamotten inklusive Hut und Fliegennetz wieder raus traute. Jetzt sitzen wir beide wieder draußen. Franz schläft, wir schlagen in regelmäßigen Abständen nach Mücken, leuchten immer wieder in die Büsche um uns herum (was raschelt da immer, da frisst doch irgendwo irgendwas) und uns beiden graut etwas vor einer heißen Nacht! Dafür gab es jetzt aber einen tollen Mondaufgang über dem australischen Bush! Mal sehen wie die Tage hier oben im top end noch so werden. Mehr beim nächsten mal.

3 Kommentare:

  1. Wieder sehr spannend. Die Berichte werden immer länger und eure Reisezeit kürzer. Wie wäre es wenn daraus mal ein Buch entsteht? So viel Erlebnisse in wenigen Wochen. Wenn sich Franz später auch nicht mehr erinnern kann, so trägt er alles im Herzen. Und ihr werdert ihm immer wieder davon erzählen, bis er groß genug ist die Reise für sich zu wiederholen. Liebe Grüße KlaCh

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  2. Jessas Maria. Kommt mir bekannt vor. Heiß + Mücken auch bei uns. Nur die Wanderungen mit den Tieren fehlen. Schöne Reise weiterhin. Bin schon gespannt auf weitere Berichte. Täntsche

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  3. bruderschwagerherz22. Juli 2016 um 18:06

    hallo ihr lieben,
    gruß
    tobias

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